JTL-Beratung rechnet sich auf drei Arten ab: Support nach Aufwand für rund 120 Euro pro Stunde im 15-Minuten-Takt, Projekte zum Festpreis und laufende Kosten wie das Dashboard für 79 Euro monatlich. Welche Form passt, hängt vom Vorhaben ab - die konkrete Zahl steht nach dem Erstgespräch im Angebot.
Wer nach dem Preis für JTL-Beratung sucht, hat meist schon eine konkrete Situation im Kopf: ein Update, das ansteht, ein Report, der fehlt, ein Prozess, der zu viel Handarbeit frisst. Und er hat oft schon schlechte Erfahrungen gemacht - mit offenen Stundenzählern, mit Angeboten, die am Ende doppelt so teuer wurden, mit Partnern, die erst nach der Beauftragung sagten, was alles nicht enthalten ist. Genau deshalb lohnt es sich, die Preislogik zu verstehen, bevor man fragt.
Warum die Frage keine einzelne Zahl hat
JTL-Beratung ist kein Produkt mit Preisschild, sondern Arbeit an einem System, das bei jedem Händler anders aussieht. Ein Report über tote Artikel ist bei 2.000 Artikeln etwas anderes als bei 50.000. Eine Shop-Anbindung mit einer sauberen Datenbank ist etwas anderes als eine mit zehn Jahren gewachsenen Sonderfeldern. Wer auf diese Unterschiede einen Pauschalpreis legt, rät - und das Raten zahlt am Ende der Kunde.
Das heißt aber nicht, dass man im Nebel steht. Es gibt feste Anker, an denen sich jede seriöse Kalkulation orientiert: der Stundensatz, der Festpreis eines Projekts und die laufenden Kosten für Produkte, die dauerhaft laufen. Wer diese drei kennt, kann jedes Angebot einordnen - auch ein fremdes.
Die drei Abrechnungsformen
Support nach Aufwand - rund 120 Euro pro Stunde
Kleine, klar umrissene Aufgaben rechnen sich nach Zeit ab: ein Update begleiten, einen einzelnen Report bauen, eine Frage klären, die sich nicht in ein Projekt gießen lässt. Abgerechnet wird im 15-Minuten-Takt, damit auch kurze Einsätze fair bleiben.
Wann das die richtige Form ist: Wenn der Umfang klein und überschaubar ist oder noch gar nicht feststeht. Für alles, was länger dauert, ist die offene Stundenuhr die falsche Wahl - dann will man vorher wissen, was es kostet.
Projekt zum Festpreis
Alles, was ein konkretes Ziel hat, wird als Projekt zum Festpreis angeboten: eine Automatisierung, eine Shop-Anbindung, ein Datencheck, die Einrichtung eines Werkzeugs. Der Preis steht vorher fest, der Umfang ist schriftlich definiert, und Änderungen während der Umsetzung werden separat bepreist - damit der vereinbarte Preis stabil bleibt.
Wann das die richtige Form ist: Immer dann, wenn Sie ein Ergebnis wollen, kein Stundenkonto. Das ist das Kerngeschäft - und die Form, bei der Sie als Kunde am wenigsten Risiko tragen.
Laufende Kosten - nur wenn etwas dauerhaft läuft
Laufende Kosten entstehen nicht für Betreuung, sondern für Produkte, die dauerhaft in Betrieb sind. Das JTL-Dashboard kostet 79 Euro im Monat, die Einrichtung ist enthalten. Läuft etwas auf unserer Infrastruktur - etwa ein Workflow oder ein MCP-Gateway - kommt eine Betriebszeile von 19 bis 39 Euro im Monat dazu, gestaffelt nach dem, was tatsächlich läuft. Das ist Infrastruktur, keine Lizenz und kein Betreuungsvertrag.
Wann das die richtige Form ist: Wenn ein Produkt dauerhaft läuft und gepflegt werden muss. Für reine Beratung oder einmalige Projekte gibt es bewusst kein Monatsmodell.
Was den Projektpreis treibt
Fünf Faktoren entscheiden, wie hoch ein Projekt ausfällt:
- Datenmenge. 2.000 oder 50.000 Artikel, ein Jahr oder zehn Jahre Historie - die Menge bestimmt, wie lange jede Prüfung und jeder Lauf dauert.
- Anzahl der Kanäle. Ein Shop oder fünf Marktplätze plus eigener Shop: Jeder Kanal bringt eigene Datenformate und eigene Fehlerquellen mit.
- Zustand der Stammdaten. Gepflegte Einkaufspreise und saubere Zuordnungen machen Auswertungen schnell. Fehlende oder widersprüchliche Stammdaten müssen erst bereinigt werden, bevor irgendeine Zahl belastbar ist.
- Schnittstellen zu Fremdsystemen. Jede Anbindung an ein externes System - Buchhaltung, Marktplatz, Versand - ist ein eigener Abstimmungsaufwand, der sich nicht pauschal schätzen lässt.
- Abnahmekriterien. Je präziser definiert ist, wann ein Projekt als fertig gilt, desto klarer lässt sich der Aufwand kalkulieren. Vage Ziele ("soll besser laufen") sind teurer, weil sie nach hinten offen sind.
Was nicht im Beratungspreis steckt
Ein ehrliches Angebot trennt die eigene Leistung von den Kosten Dritter. Nicht enthalten sind in der Regel:
- Lizenzen und API-Zugänge Dritter. Etwa die JTL-REST-API oder kostenpflichtige Schnittstellen externer Dienste. Diese Kosten benennen wir vor der Beauftragung, damit Sie die Gesamtkosten kennen.
- Cloud- und Hosting-Kosten Dritter. Wenn eine Lösung auf fremder Infrastruktur läuft, zahlen Sie diese direkt oder über die Betriebszeile - aber nie versteckt im Projektpreis.
- Erweiterungen nach Abnahme. Was nach der Abnahme dazukommt, ist ein neues Angebot, kein stiller Zuschlag.
Woran Sie ein belastbares Angebot erkennen
Der nützlichste Abschnitt dieses Artikels - denn hier trennt sich ein seriöses Angebot von einem, das Sie später teuer zu stehen kommt. Vier Merkmale:
- Festpreis mit klarem Umfang. Der Preis steht fest, und der Umfang ist so beschrieben, dass Sie am Ende Ja oder Nein dazu sagen können. Eine offene Stundenuhr bei einem Projekt ist ein Warnzeichen.
- Ein Abschnitt "Nicht enthalten". Ein gutes Angebot nennt ausdrücklich, was nicht Teil ist - auch Dinge, über die im Gespräch geredet wurde. Fehlt dieser Abschnitt, ist er der erste Ort, an dem später Zusatzkosten auftauchen.
- Benannte Mitwirkung des Kunden. Zugänge, Exporte, ein Ansprechpartner mit Entscheidungsbefugnis: Ein belastbares Angebot sagt, was von Ihrer Seite nötig ist, damit der Zeitplan hält.
- Ein prüfbares Abnahmekriterium. Es steht fest, woran man erkennt, dass das Projekt fertig ist. "Läuft" ist kein Kriterium; "der Report zeigt X und Y und lässt sich als CSV exportieren" ist eines.
Wenn ein Angebot diese vier Punkte nicht enthält, lohnt es sich, nachzufragen - bevor man unterschreibt.
Von der Frage zur Zahl
Am Ende führt der Weg zu einer konkreten Zahl immer über ein Gespräch. Das ist kein Verkaufsmanöver, sondern die einzige ehrliche Art zu kalkulieren: Erst wenn Umfang, Datenlage und Schnittstellen klar sind, lässt sich ein Festpreis nennen, der hält.
Der Einstieg dafür ist das kostenlose Erstgespräch. Wenn Sie noch nicht genau wissen, wo das Problem sitzt - "da geht was verloren, aber ich weiß nicht wo" - ist der Analyse-Sprint der passende Weg: ein Datencheck zum Festpreis, den wir im Erstgespräch nennen, mit schriftlichem Ergebnis. Was bei so einer Analyse herauskommen kann, zeigen die Fallstudien mit echten Zahlen. Für die klassische Wawi-Beratung - Installation, Anpassungen, Auswertungen, Wartung - gibt es einen eigenen Überblick unter JTL-Wawi-Beratung.