Ein JTL-Dashboard hat drei Preise je nach Weg: Der Selbstbau mit Power BI kostet vor allem Zeit, Know-how und laufende Pflege, ein individuelles BI-Projekt einen Festpreis plus Wartung und Weiterentwicklung, das Managed Dashboard 79 Euro im Monat inklusive Einrichtung. Welcher Weg passt, hängt davon ab, ob Sie dauerhaft eigenes BI-Know-how haben.
Die Frage „Was kostet ein JTL-Dashboard?" hat keine einzelne Antwort, weil drei verschiedene Dinge dahinterstecken können: ein selbst gebautes BI-System, ein individuelles BI-Projekt beim Dienstleister oder ein fertiges Managed Dashboard. Die Kosten verteilen sich bei jedem Weg anders - und wer nur auf den Preis schaut, übersieht, wo der Aufwand tatsächlich entsteht.
Einmalige und laufende Kosten trennen
Jeder der drei Wege lässt sich in dieselben fünf Kostenblöcke zerlegen:
- Datenanbindung - die Wawi-Daten in das Werkzeug bringen.
- Datenmodell - Kennzahlen wie Umsatz netto, Rohertrag oder Retourenquote korrekt definieren.
- Lizenzen und Hosting - was das Werkzeug selbst und sein Betrieb kosten.
- Wartung und Updates - dafür sorgen, dass die Zahlen aktuell bleiben.
- Fachliche Weiterentwicklung - neue Auswertungen, wenn Fragen dazukommen.
Der Unterschied zwischen den Wegen ist, wer diese Blöcke trägt - und ob die Kosten einmalig, monatlich oder als Arbeitszeit anfallen. Diese Unterscheidung ist wichtiger als jeder Einzelpreis.
Weg 1: Selbstbau mit Power BI
Power BI ist ein Baukasten, kein fertiges Dashboard. Bevor die erste belastbare Kennzahl steht, muss jemand das Datenmodell bauen und die Formeln definieren - ein Fehler dort, und die Zahlen sehen plausibel aus, sind aber falsch. Dazu kommen Lizenzkosten für geteilte, automatisch aktualisierte Berichte und ein Ort, an dem der Bericht regelmäßig neu lädt.
Die Kosten dieses Wegs liegen deshalb nur zu einem kleinen Teil in der Lizenz. Der größere Teil ist Arbeitszeit: einmalig für den Aufbau, danach dauerhaft für Wartung, Datenpflege und jede neue Auswertung. Wie viel das konkret in Euro ist, hängt vom internen Stundensatz und der verfügbaren Zeit ab - deshalb nennen wir hier bewusst keine Zahl, die je nach Haus unterschiedlich ausfällt. Was ein Power-BI-Projekt fachlich verlangt, steht im Artikel JTL-Dashboard ohne Power BI.
Weg 2: Individuelles BI-Projekt
Wer den Selbstbau nicht selbst leisten will, kann ein Dashboard als Projekt bauen lassen. Das Ergebnis ist maßgeschneidert - und die Kostenstruktur ist die eines Projekts: ein einmaliger Festpreis für den Aufbau, danach laufender Aufwand für Wartung und Weiterentwicklung, der je nach Vereinbarung nach Zeit abgerechnet wird.
Dieser Weg passt, wenn die Anforderungen so speziell sind, dass keine fertige Lösung sie abdeckt. Der Preis dafür ist, dass jede Änderung und jede neue Auswertung wieder ein kleiner Auftrag ist - die Kosten enden nicht mit der Übergabe.
Weg 3: Managed Dashboard
Das fertige JTL-Dashboard von upbox kostet 79 Euro im Monat, die Einrichtung ist inklusive. Es läuft direkt auf den JTL-Wawi-Daten und bringt Umsatz, Lager, Bestand und Rohertrag als fertig gerechnete Kennzahlen mit - ohne dass Sie ein Datenmodell bauen oder Formeln definieren. Die Datenanbindung, das Modell, die Wartung und die tägliche Aktualisierung sind Teil des Preises.
Der Unterschied zu den beiden anderen Wegen ist die Verteilung: keine große einmalige Summe, kein internes BI-Know-how, sondern ein fester Monatspreis, in dem der Betrieb enthalten ist. Die Mindestlaufzeit beträgt drei Monate, danach ist monatlich kündbar. Die vollständigen Konditionen stehen auf der Seite Leistungsumfang & Konditionen.
Beispielrechnung über zwölf und 36 Monate
Beim Managed Dashboard lässt sich der Preis konkret rechnen, weil er öffentlich ist:
- Zwölf Monate: 79 Euro × 12 = 948 Euro, Einrichtung inklusive.
- 36 Monate: 79 Euro × 36 = 2.844 Euro, Einrichtung inklusive.
Für die beiden anderen Wege lässt sich keine vergleichbar feste Zahl nennen, weil ihre Kosten aus Arbeitszeit und Lizenzmodellen bestehen, die je nach Haus unterschiedlich ausfallen. Der Vergleich läuft deshalb nicht über eine Summe, sondern über eine Frage: Haben Sie die Zeit und das Know-how, ein BI-System dauerhaft selbst zu betreiben? Wenn ja, kann Eigenbau langfristig günstiger sein. Wenn nein, zahlen Sie beim Eigenbau mit etwas anderem - der Arbeitszeit, die im Tagesgeschäft fehlt.
Die versteckten Kosten
Die teuersten Posten stehen selten im Angebot. Es sind:
- Exporte. Jeder manuelle Export, jedes Zusammensuchen von Daten kostet Zeit, die niemand auf einer Rechnung sieht.
- Datenpflege. Ein Dashboard ist nur so gut wie die Stammdaten dahinter. Wer Einkaufspreise nicht pflegt, bekommt plausible, aber falsche Roherträge.
- Ausfälle. Wenn die Datenaktualisierung bricht, fällt das oft erst auf, wenn eine Entscheidung auf veralteten Zahlen beruht.
- Fehlendes Know-how. Geht die Person, die das BI-System aufgebaut hat, steht das Reporting still - bis jemand Neues es versteht.
Beim Managed Dashboard sind diese Punkte Teil des Preises und damit die Verantwortung des Betreibers. Beim Eigenbau sind sie die Verantwortung des Händlers - und genau das ist der eigentliche Kostenunterschied, den man vor der Entscheidung sehen muss.
Ab wann lohnt sich Eigenbau?
Eigenbau - ob selbst mit Power BI oder als Projekt - lohnt sich, wenn drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: Es gibt dauerhaft internes BI-Know-how, die Anforderungen sind so speziell, dass keine fertige Lösung sie abdeckt, und die Pflege ist fest im Betrieb verankert. Fehlt eine dieser Bedingungen, ist der Eigenbau ein Projekt, das nach der Übergabe zu veralten beginnt.
Für den Händler, der einfach seine Zahlen sehen will - Umsatz, Lager, Rohertrag - ist der Umweg über ein selbst gebautes System selten der kürzere. Dort ist der Unterschied zwischen Werkzeug und fertiger Lösung entscheidend, und den erklärt der Artikel JTL-Dashboard ohne Power BI.